Das Wichtigste in Kürze
- Aktuare sind die Versicherungsmathematiker der Branche: Sie berechnen, zu welchem Preis ein Versicherer ein Risiko übernehmen kann und wie viel Kapital er für seine Verpflichtungen zurücklegen muss.
- Typische Aufgaben: Tarife kalkulieren (Pricing), Rückstellungen bewerten (Reserving), Risiken unter Solvency II modellieren und die Ergebnisse für Produktentwicklung, Controlling und Vorstand aufbereiten.
- Voraussetzungen: ein Hochschulabschluss mit belegbarem Mathematik-Fundament, in der Praxis meist aus Mathematik, Wirtschaftsmathematik oder einem anderen stark quantitativen Fach.
- Der Titel „Aktuar DAV“ wird berufsbegleitend über die Ausbildung der Deutschen Aktuarvereinigung erworben: mindestens 8 Prüfungen aus 6 Grundwissen-Fächern und 2 Spezialisierungen.
- Gehalt: Die Tariftabelle der Versicherungswirtschaft reicht in den oberen Gruppen bis 6.036 € monatlich (Stand 08/2025); viele Aktuarspositionen werden individuell vergütet.
- Perspektiven: vom Actuarial Analyst über Spezialisten- und Leitungslaufbahnen bis zum Verantwortlichen Aktuar, den jeder Lebensversicherer per Gesetz bestellen muss.
Was ist ein Aktuar?
Ein Aktuar ist ein Versicherungsmathematiker, der die finanziellen Folgen von Risiken berechnet. Jedes Versicherungsprodukt beruht auf einer Wette gegen die Zukunft: Der Versicherer verspricht heute eine Leistung für Ereignisse, deren Zeitpunkt und Höhe niemand kennt. Der Aktuar liefert die rechnerische Grundlage dafür, dass diese Wette aufgeht. Er bestimmt, welcher Beitrag ein Risiko trägt, wie viel Geld für künftige Leistungen zurückgelegt werden muss und wie viel Kapital das Unternehmen als Sicherheitspuffer braucht.
Der Beruf verbindet dabei drei Wissenswelten: die Stochastik als Handwerkszeug, das Versicherungs- und Aufsichtsrecht als Rahmen und die Betriebswirtschaft als Übersetzung ins Geschäft. Diese Kombination spiegelt sich bis in die Prüfungsfächer der Aktuarsausbildung, die neben der Mathematik ausdrücklich das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld abdecken.
Führen darf den Titel „Aktuar DAV“ nur, wer die anspruchsvolle berufsbegleitende Ausbildung der Deutschen Aktuarvereinigung bestanden hat. In Stellenausschreibungen begegnen Ihnen daneben englische Rollenbezeichnungen wie Actuarial Analyst, Actuary oder Actuarial Consultant, denn gerade Rückversicherer und internationale Konzerne schreiben viele aktuarielle Positionen englischsprachig aus. Gemeint ist derselbe Berufskern: die Anwendung von Stochastik und Finanzmathematik auf Versicherungsfragen.
Welche Aufgaben hat ein Aktuar?
Vier Aufgabenfelder prägen die aktuarielle Arbeit, wobei die Gewichtung je nach Sparte und Rolle deutlich variiert:
Tarife kalkulieren (Pricing)
Im Pricing bestimmt der Aktuar, welchen Beitrag ein Versicherungsprodukt kosten muss, damit es Schäden, Kosten und Gewinnmarge trägt. Dafür analysiert er historische Schadendaten, modelliert Eintrittswahrscheinlichkeiten und rechnet durch, wie sich Selbstbehalte, Rabattklassen oder neue Tarifmerkmale auswirken. In der Kraftfahrtversicherung entsteht so ein datengetriebenes Preismodell mit Dutzenden Merkmalen, in der Lebensversicherung eine Kalkulation über Jahrzehnte. Ausgeschrieben werden diese Rollen als Aktuar Pricing, Pricing Analyst oder Tarifierungsaktuar.
Rückstellungen bewerten (Reserving)
Das Reserving beantwortet die Frage, wie viel Geld der Versicherer heute beiseitelegen muss, um alle bereits eingetretenen und künftigen Verpflichtungen bedienen zu können. Der Aktuar bewertet dafür den Bestand, schätzt Spätschäden und berechnet Deckungsrückstellungen. Diese Zahlen fließen direkt in Bilanz und Geschäftsbericht ein und werden von Wirtschaftsprüfern und der Aufsicht hinterfragt. Sorgfalt und nachvollziehbare Dokumentation sind hier keine Kür, sondern Berufsgrundlage.
Risiken modellieren (Solvency II)
Unter dem europäischen Aufsichtsregime Solvency II muss jeder Versicherer nachweisen, dass sein Kapital auch extreme Szenarien trägt. Aktuare bauen und pflegen die Risikomodelle, rechnen Stressszenarien wie Naturkatastrophen oder Kapitalmarkteinbrüche durch und ermitteln die Kapitalanforderungen. Die Ergebnisse landen im Risikomanagement und beim Vorstand. Wer hier arbeitet, verbindet Versicherungsmathematik mit Finanzmarktverständnis und regulatorischem Wissen.
Daten analysieren und Ergebnisse vermitteln
Moderne Aktuariate arbeiten mit großen Datenbeständen und Werkzeugen wie Python, R oder SAS, zunehmend auch mit Machine-Learning-Verfahren. Rollen wie Actuarial Data Scientist verbinden beide Welten ausdrücklich. Ebenso wichtig ist die Übersetzungsleistung: Der Aktuar erklärt Produktentwicklung, Controlling und Vertrieb, was seine Modelle bedeuten und wo ihre Grenzen liegen. Eine Kalkulation, die niemand außerhalb des Aktuariats versteht, entfaltet im Unternehmen keine Wirkung.
Wie wird man Aktuar?
Der Weg in den Beruf führt über zwei Stationen: ein quantitatives Studium und die anschließende Ausbildung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Eingestellt werden die meisten Nachwuchskräfte bereits nach dem Studium, die DAV-Prüfungen legen sie berufsbegleitend ab, und viele Arbeitgeber unterstützen das mit Lernzeit, Prüfungsvorbereitung und Mentoren aus dem eigenen Aktuariat.
Das Studium als Fundament
Für die Zulassung zur DAV-Ausbildung verlangt die Aktuarvereinigung einen Hochschulabschluss; ausländische Abschlüsse prüft der Zulassungsausschuss im Einzelfall auf Vergleichbarkeit. Entscheidend ist der mathematische Unterbau, der auf einem von mehreren Wegen nachgewiesen wird: über mindestens 90 ECTS-Punkte aus Mathematik-Prüfungen, über mindestens 30 ECTS-Punkte aus Stochastik-Prüfungen, über die Bestätigung eines DAV-Korrespondenten an der eigenen Hochschule oder ersatzweise über eigene Zulassungsprüfungen der DAV in Mathematik und Stochastik. Klassische Zubringer-Studiengänge sind Mathematik und Wirtschaftsmathematik, ebenso vertreten sind Physiker, Statistiker und Absolventen quantitativer Wirtschaftsstudiengänge.
Die DAV-Ausbildung zum „Aktuar DAV“
Die eigentliche Berufsqualifikation ist die DAV-Ausbildung, die neben dem Job absolviert wird. Sie gliedert sich in zwei Stufen. Das Grundwissen umfasst sechs Prüfungsfächer: Wirtschaftliches und rechtliches Umfeld, Angewandte Stochastik, Data Science and Artificial Intelligence, Finanzmathematik und Risikobewertung, Versicherungsmathematik sowie Accounting, ERM and Modelling. Hinzu kommen zwei Pflichtseminare ohne Prüfung zu Professionalismus und Kommunikation.
Im Spezialwissen wählen die Kandidaten anschließend zwei Spezialisierungen aus neun Gebieten, darunter Lebensversicherung, Krankenversicherung, Schadenversicherung, Pensionen, Enterprise Risk Management und Actuarial Data Science. Insgesamt sind damit mindestens acht Prüfungen zu bestehen. Jede schriftliche Klausur dauert 180 Minuten, bestanden ist sie ab der Hälfte der maximal 180 Punkte. Wer alle Prüfungen besteht, darf den Titel „Aktuar DAV“ führen, der in der Branche als Qualitätssiegel gilt und in Ausschreibungen regelmäßig ausdrücklich gefordert oder gefördert wird.
Welche Soft Skills braucht ein Aktuar?
Soft Skills sind die überfachlichen Fähigkeiten, die neben Studium und DAV-Prüfungen über den Berufserfolg entscheiden. Im Aktuariat zählen vor allem:
- Analytisches Denkvermögen über komplexe Modellwelten hinweg
- Sorgfalt bei Zahlen, die in Bilanz und Aufsichtsmeldungen einfließen
- Kommunikationsfähigkeit gegenüber Nicht-Mathematikern
- Ausdauer und Lernbereitschaft für die mehrjährige Prüfungsphase
- Teamfähigkeit in interdisziplinären Projekten mit IT, Controlling und Produkt
- Englischkenntnisse, besonders bei Rückversicherern und Konzernen
Die vier wichtigsten im Detail:
Analytisches Denkvermögen
Aktuarielle Fragestellungen sind selten mit einer Formel erledigt. Ob ein Tarif auskömmlich ist, hängt von Annahmen über Schadenhäufigkeit, Kosten, Storno und Kapitalerträge ab, die sich gegenseitig beeinflussen. Gute Aktuare zerlegen solche Probleme in prüfbare Bestandteile, erkennen, welche Annahme das Ergebnis wirklich treibt, und hinterfragen ihre eigenen Modelle konsequent. Genau diese Fähigkeit unterscheidet den Aktuar vom reinen Rechenwerkzeug.
Kommunikationsfähigkeit
Die Ergebnisse aktuarieller Arbeit landen bei Menschen, die keine Stochastik-Vorlesung besucht haben: im Produktmanagement, im Vertrieb, im Vorstand. Ein Aktuar muss erklären können, warum eine Rückstellung steigt oder ein Tarif angepasst werden muss, ohne sich hinter Fachvokabular zu verstecken. Die DAV hat der Kommunikation nicht ohne Grund ein eigenes Pflichtseminar gewidmet. Wer verständlich argumentiert, gewinnt im Unternehmen deutlich an Einfluss.
Ausdauer und Lernbereitschaft
Mindestens acht Prüfungen neben dem Berufsalltag verlangen eine Disziplin, die eher an ein zweites Studium erinnert als an eine Fortbildung. Abende und Wochenenden gehören phasenweise der Klausurvorbereitung. Auch nach dem Titel hört das Lernen nicht auf, denn Rechnungslegungsstandards, Aufsichtsrecht und Analysemethoden entwickeln sich laufend weiter. Wer Freude daran hat, sich immer wieder neues Terrain zu erarbeiten, ist im Aktuariat richtig.
Sorgfalt
Aktuarielle Zahlen tragen Verantwortung: Sie bestimmen Beiträge für Millionen Kunden und stehen in testierten Bilanzen. Ein Vorzeichenfehler in einem Bewertungsmodell fällt womöglich erst auf, wenn Wirtschaftsprüfer oder Aufsicht nachrechnen. Gute Aktuare validieren ihre Ergebnisse deshalb gegen Vorjahreswerte und Plausibilitätsgrenzen und dokumentieren jede wesentliche Annahme so, dass Dritte sie nachvollziehen können. Diese Verlässlichkeit ist die Grundlage des Berufsstands.
Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Aktuare?
Aktuare werden überall dort gebraucht, wo Versicherungsrisiken kalkuliert werden, und der Alltag unterscheidet sich je nach Arbeitgebertyp spürbar. Lebens- und Krankenversicherer bewerten Verpflichtungen, die über Jahrzehnte laufen, dort dominieren Deckungsrückstellungen und langfristige Rechnungsgrundlagen. Kompositversicherer wie AXA oder HUK-COBURG setzen stärker auf Schadenmodellierung und datengetriebenes Pricing, etwa in der Kraftfahrtversicherung. Rückversicherer wie die Hannover Rück arbeiten international und in großen Risikodimensionen, entsprechend häufig sind englischsprachige Rollen.
Daneben beschäftigen Beratungs- und Softwarehäuser wie adesso insurance solutions Aktuare in Consultant-Laufbahnen mit wechselnden Projekten bei unterschiedlichen Gesellschaften. In unserem Stellenbestand schreiben unter anderem die Hannover Rück, Talanx, AXA, SIGNAL IDUNA, HUK-COBURG, die NÜRNBERGER und Generali regelmäßig aktuarielle Positionen aus. Die Standort-Schwerpunkte der Ausschreibungen liegen in Hannover, Köln, Hamburg und München, dazu kommen Dortmund, Wiesbaden und Coburg als feste Aktuariats-Standorte einzelner Gesellschaften.
Auch jenseits des klassischen Versicherungsgeschäfts wird aktuarielle Expertise gebraucht. Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung kalkulieren Versorgungszusagen über Jahrzehnte, und die Deutsche Aktuarvereinigung führt Pensionen entsprechend als eigenes Spezialwissensgebiet ihrer Ausbildung. Dasselbe gilt für das Bausparwesen und das Enterprise Risk Management, zwei weitere Spezialgebiete, hinter denen eigene Arbeitsmärkte stehen. Wer den Berufseinstieg plant, muss sich also nicht auf die Zentralen der großen Versicherer festlegen.
Aktuelle Aktuar Stellen
Alle aktuariellen Ausschreibungen unserer Datenbank, vom Actuarial Analyst bis zur Abteilungsleitung, bündeln wir im Bereich Aktuar Jobs:
Aktuelle Aktuar Jobs
Aktuell 77 offene Stellen im Aktuariat auf versicherung-jobs.com.
Wie hoch ist das Gehalt eines Aktuars?
Für tariflich eingruppierte Positionen im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft liefert der Gehaltstarifvertrag den Rahmen. Aktuarielle Tätigkeiten setzen umfassende theoretische Kenntnisse voraus und bewegen sich damit in den oberen Gehaltsgruppen der Tabelle:
| Gehaltsgruppe | niedrigste Stufe | höchste Stufe (ab 14. Berufsjahr) |
|---|---|---|
| V | 3.799 € | 4.623 € |
| VI | 4.130 € | 5.007 € |
| VII | 4.347 € | 5.395 € |
| VIII | 5.007 € | 6.036 € |
Monatsbezüge gültig seit 01.08.2025, obere Gehaltsgruppen nach Teil II des Manteltarifvertrages. Quelle: Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, § 1, Fassung vom 4. Juli 2025 (AGV, ver.di, DBV).
Tarifspannen nach Gehaltsgruppe (seit 01.08.2025)
Gruppe V 3.799–4.623 €
Gruppe VI 4.130–5.007 €
Gruppe VII 4.347–5.395 €
Gruppe VIII 5.007–6.036 €
Angaben in € im Monat
Zum 1. September 2026 steigen alle Werte um 3,3 %, die Endstufe der Gruppe VIII erreicht dann 6.235 €. Positionen mit DAV-Titel, Spezialverantwortung oder Führungsaufgabe können darüber hinaus außertariflich und damit individuell vergütet werden. Wie sich Tarif, außertarifliche Vergütung und die DAV-Qualifikation im Einzelnen auswirken, haben wir im Ratgeber Aktuar Gehalt vertieft.
Welche Perspektiven haben Aktuare?
Der Berufseinstieg erfolgt üblicherweise als Actuarial Analyst oder Junior-Aktuar, parallel zur laufenden DAV-Ausbildung. Danach öffnen sich zwei Laufbahnen: die Spezialistenlaufbahn, in der sich Aktuare auf Felder wie Pricing, Reserving oder Risikomodellierung konzentrieren und dort als Senior Actuary oder Chefaktuar Maßstäbe setzen, und die Führungslaufbahn über Team- und Abteilungsleitungen im Aktuariat bis hin zu Vorstandsressorts mit mathematischer Prägung.
Eine Besonderheit stellt der Verantwortliche Aktuar dar: Nach § 141 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) muss jedes Lebensversicherungsunternehmen einen Verantwortlichen Aktuar bestellen, der zuverlässig und fachlich geeignet ist. Ausreichende Berufserfahrung nimmt das Gesetz regelmäßig ab einer mindestens dreijährigen Tätigkeit als Versicherungsmathematiker an. Damit garantiert der Gesetzgeber dem Berufsstand eine Schlüsselrolle, die kaum eine andere Fachrichtung in der Branche hat. Wer flexibler bleiben will, wechselt in die aktuarielle Beratung oder zu Softwareanbietern und lernt dort in wenigen Jahren mehr Gesellschaften von innen kennen als in einer ganzen Konzernkarriere.
Fazit
Der Aktuar verbindet mathematische Substanz mit unmittelbarer Geschäftsrelevanz: Seine Modelle entscheiden über Preise, Bilanzen und Kapitalausstattung ganzer Versicherungskonzerne. Der Weg über ein quantitatives Studium und die DAV-Ausbildung ist fordernd, wird von den Arbeitgebern aber aktiv begleitet und mit überdurchschnittlichen Entwicklungsperspektiven belohnt, bis hin zur gesetzlich verankerten Rolle des Verantwortlichen Aktuars. Wer Freude an Stochastik hat und seine Ergebnisse verständlich erklären kann, findet hier einen der gefragtesten Fachberufe der Versicherungswirtschaft. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zum Aktuar
Was ist der Unterschied zwischen Aktuar und Versicherungsmathematiker?
Im Kern keiner, die Begriffe bezeichnen denselben Beruf. „Versicherungsmathematiker“ beschreibt die fachliche Tätigkeit, „Aktuar“ ist die international übliche Berufsbezeichnung. Der Titel „Aktuar DAV“ wiederum setzt die bestandene Ausbildung der Deutschen Aktuarvereinigung voraus und weist die Qualifikation formal nach. In Stellenausschreibungen werden beide Begriffe sowie englische Varianten wie Actuary weitgehend austauschbar verwendet.
Kann man ohne abgeschlossene DAV-Ausbildung im Aktuariat arbeiten?
Ja, das ist sogar der Normalfall beim Einstieg. Positionen wie Actuarial Analyst richten sich gezielt an Absolventen quantitativer Studiengänge, die die DAV-Prüfungen erst noch ablegen. Viele Arbeitgeber übernehmen Kosten, gewähren Lernzeit und stellen Mentoren aus dem eigenen Aktuariat. Der Titel „Aktuar DAV“ ist dann der Karrierebaustein, der Spezialisten- und Führungsrollen erschließt.
Welches Studium eignet sich für den Beruf des Aktuars?
Am häufigsten führen Mathematik und Wirtschaftsmathematik in den Beruf, ebenso geeignet sind Physik, Statistik und stark quantitative Wirtschaftsstudiengänge. Entscheidend für die DAV-Zulassung ist der nachgewiesene mathematische Unterbau, etwa über 90 ECTS-Punkte in Mathematik oder 30 ECTS-Punkte in Stochastik; fehlt der Nachweis, stehen ersatzweise Zulassungsprüfungen der DAV offen.
Welche Spezialisierungen bietet die DAV-Ausbildung?
Neun Spezialwissensgebiete stehen zur Wahl: Lebensversicherung, Krankenversicherung, Schadenversicherung, Pensionen, Rechnungslegung, Investment und Finanzmathematik, Enterprise Risk Management, Actuarial Data Science und Bausparen. Jedes Gebiet umfasst zwei Module, gewählt werden zwei Spezialisierungen. Damit lässt sich die Ausbildung gezielt auf die eigene Sparte oder auf ein datennahes Profil zuschneiden.
Was macht ein Verantwortlicher Aktuar?
Der Verantwortliche Aktuar ist eine gesetzlich vorgeschriebene Funktion: Nach § 141 VAG muss ihn jedes Lebensversicherungsunternehmen bestellen. Er wacht insbesondere darüber, dass die Rechnungsgrundlagen und Rückstellungen des Unternehmens dauerhaft erfüllbar kalkuliert sind. Das Gesetz verlangt Zuverlässigkeit und fachliche Eignung, für die es regelmäßig eine mindestens dreijährige Tätigkeit als Versicherungsmathematiker voraussetzt.






