Das Wichtigste in Kürze
- Schadenregulierer bearbeiten gemeldete Versicherungsfälle: Sie prüfen, ob der Vertrag den Schaden deckt, ermitteln die Schadenhöhe und entscheiden über die Entschädigung. In Stellenanzeigen heißen sie auch Schadensachbearbeiter, Schadenfallmanager oder Claims Handler.
- Typische Aufgaben: Schadenmeldungen aufnehmen, Deckung und Haftung prüfen, Gutachten und Kostenvoranschläge bewerten, größere Schäden vor Ort besichtigen, mit Anspruchstellern und Anwälten verhandeln, Regress und Betrugsverdacht bearbeiten.
- Voraussetzungen: in aller Regel die Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Für die Außenregulierung von Gebäudeschäden stellen Versicherer auch Architekten, Bauingenieure und Handwerksmeister ein, für Haftpflicht-Großschäden Juristen.
- Großes Arbeitsfeld: 2024 regulierten die deutschen Schaden- und Unfallversicherer 25,3 Millionen Schäden, davon 9 Millionen in der Kraftfahrtversicherung.
- Gehalt: Tariflich beginnt die Schadenbearbeitung in Gehaltsgruppe III mit 3.373 € im Monat, erfahrene Regulierer erreichen in Gruppe VI bis zu 5.172 € (Stand September 2026). Der Median liegt laut gehalt.de bei 5.177 € brutto.
- Perspektiven: Spezialisierung auf Großschäden, Wechsel in die Außenregulierung, Teamleitung im Schadenservice oder die Weiterbildung zum Spezialisten Schaden und Geprüften Schadenregulierer.
Was ist ein Schadenregulierer?
Ein Schadenregulierer ist der Mitarbeiter eines Versicherers, der einen gemeldeten Versicherungsfall vom Eingang bis zur Auszahlung bearbeitet. Er stellt fest, ob der Vertrag den Schaden überhaupt abdeckt, klärt den Hergang, bewertet die Schadenhöhe und entscheidet, ob und in welcher Höhe der Versicherer leistet. Damit sitzt er an der Stelle, an der das Versprechen der Police eingelöst wird. Die Bezeichnungen sind uneinheitlich: Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf als Schadensregulierer, Versicherer wie HUK-COBURG schreiben Schadenfallmanager aus, DEVK und R+V suchen Schadenregulierer, andere Häuser Schadensachbearbeiter oder Schadenmanager, international ist vom Claims Handler die Rede. Gemeint ist in allen Fällen dieselbe Kernaufgabe, unterschieden nach Sparte, Schadengröße und danach, ob die Arbeit im Innendienst oder vor Ort stattfindet.
Der rechtliche Rahmen ist das Versicherungsvertragsgesetz. Nach § 30 des Versicherungsvertragsgesetzes muss der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall unverzüglich anzeigen, nach § 31 jede Auskunft erteilen und Belege vorlegen, die zur Feststellung des Falls und des Leistungsumfangs nötig sind. Genau diese Feststellung ist die Arbeit des Regulierers, und § 14 setzt ihr einen Rahmen: Die Geldleistung wird fällig, sobald die notwendigen Erhebungen beendet sind, und dauern sie länger als einen Monat, kann der Kunde Abschlagszahlungen verlangen. Wie groß das Arbeitsfeld ist, zeigt die Verbandsstatistik: 2024 bearbeiteten die deutschen Schaden- und Unfallversicherer 25,3 Millionen Schäden und zahlten dafür 68,9 Mrd. € aus, 9 Millionen Fälle entfielen allein auf die Kraftfahrtversicherung, 6,8 Millionen auf die Sachversicherung und 4,9 Millionen auf den Rechtsschutz.
Welche Aufgaben hat ein Schadenregulierer?
Der Ablauf einer Regulierung ist in allen Sparten ähnlich, die Gewichtung der Schritte unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen dem Kfz-Schadenservice mit hohen Stückzahlen, der Haftpflichtregulierung mit ihren Rechtsfragen und der Außenregulierung von Gebäude- und Großschäden. Vier Aufgabenfelder prägen den Beruf:
Deckung und Haftung prüfen
Jede Regulierung beginnt mit der Akte: Der Regulierer legt den Schadenfall an, liest den Vertrag und prüft, ob das gemeldete Ereignis versichert ist, ob Ausschlüsse greifen und ob der Kunde seine Obliegenheiten erfüllt hat, also die Verhaltenspflichten aus dem Vertrag wie die rechtzeitige Schadenmeldung oder die Sicherung des Gebäudes. In der Haftpflichtversicherung kommt die Haftungsfrage hinzu, denn nach § 100 des Versicherungsvertragsgesetzes muss der Versicherer den Kunden von berechtigten Ansprüchen Dritter freistellen und unbegründete Ansprüche abwehren. Die Prüfung endet mit einer Entscheidung über die Leistungspflicht, die der Regulierer gegenüber Kunden und Anspruchstellern begründet, bei Ablehnungen und Kürzungen ebenso wie bei Vorschusszahlungen.
Schadenhöhe ermitteln und Entschädigung berechnen
Steht die Deckung fest, geht es um das Geld. Regulierer prüfen Kostenvoranschläge, Reparaturrechnungen und Gutachten freier Sachverständiger, vergleichen sie mit Vertragswerten wie Versicherungssumme, Selbstbehalt und Zeitwert, dem Wert der Sache unmittelbar vor dem Schaden, und berechnen die Entschädigung. Bei Kfz-Schäden steuern sie Werkstätten, Mietwagen und Gutachter aus den Partnernetzwerken des Versicherers, bei Gebäudeschäden stimmen sie Reparaturverfahren ab oder rechnen fiktiv ab, das heißt auf Basis eines Gutachtens, ohne dass der Kunde die Reparatur nachweisen muss. Für die Zahlung weist der Regulierer die Regulierung an und dokumentiert den Fall im Regulierungsbericht. Im Kfz- und Sachservice läuft ein wachsender Teil dieser Schritte digital, bei Zurich beschreibt die Ausschreibung die Arbeit des Claims Handlers ausdrücklich als Zusammenarbeit von Mensch und Künstlicher Intelligenz.
Schäden vor Ort besichtigen
Kleinere Schäden werden vom Schreibtisch aus reguliert, größere sehen sich Außenregulierer selbst an: den Leitungswasserschaden im Mehrfamilienhaus, den Brand in der Lagerhalle, den Sturmschaden am Dach. Vor Ort rekonstruieren sie den Hergang, sichern Beweise, prüfen Unstimmigkeiten, schätzen Reparaturkosten und beraten den Kunden über Sanierungsalternativen. Ausschreibungen für diese Rolle, etwa bei der Provinzial oder der Continentale, verlangen deshalb Bautechnik-Wissen, Reisebereitschaft und einen Wohnort im Einsatzgebiet. Bei Großschäden führen Außenregulierer zudem die abschließenden Verhandlungen mit allen am Schaden Beteiligten.
Regress führen und Betrug erkennen
Hat ein Dritter den Schaden verursacht, geht der Ersatzanspruch des Kunden nach § 86 des Versicherungsvertragsgesetzes auf den Versicherer über, soweit dieser gezahlt hat. Regulierer prüfen solche Regressmöglichkeiten und holen das Geld beim Verursacher oder dessen Versicherer zurück. Gleichzeitig achten sie auf Betrugsmerkmale: widersprüchliche Angaben, auffällige Schadenhäufungen, manipulierte Belege. Versicherer wie BarmeniaGothaer und die Provinzial nennen das Erkennen betrugsrelevanter Sachverhalte ausdrücklich als Aufgabe. Hinzu kommen Beschwerden, Nachforderungen und die Bearbeitung von Fällen, die vor Gericht landen, in enger Abstimmung mit Anwälten und der Rechtsabteilung.
Wie wird man Schadenregulierer?
Der Standardweg führt über die dreijährige Ausbildung zum Versicherungskaufmann, amtlich Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Die Ausbildungsordnung führt das Regulieren von Versicherungsfällen als eigene Berufsbildposition, und wer die Wahlqualifikation Versicherungsfälle managen wählt, verbringt ein halbes Jahr der Ausbildung gezielt in der Schadenbearbeitung. Einige Versicherer schreiben ihre Ausbildungsplätze von vornherein mit diesem Schwerpunkt aus, die HUK-COBURG etwa als Ausbildung im Schaden- und Leistungsmanagement an mehreren Standorten. Nach der Ausbildung beginnt der Einstieg meist als Schadensachbearbeiter im Innendienst, und viele Ausschreibungen betonen, dass Vorwissen im Schadenfallmanagement erwünscht, aber keine Voraussetzung ist. Als gleichwertig gelten in der Praxis kaufmännische oder branchenverwandte Ausbildungen, vor allem die zum Rechtsanwalts- oder Notarfachangestellten, die für Haftpflicht- und Rechtsschutzschäden gefragt ist.
Daneben ist die Schadenregulierung einer der wenigen Bereiche der Versicherungswirtschaft, in dem Quereinsteiger mit technischem oder juristischem Hintergrund direkt in Fachpositionen einsteigen. Für die Außenregulierung von Gebäudeschäden suchen Versicherer Architekten, Bauingenieure mit Bauleitungserfahrung, staatlich geprüfte Hochbautechniker und Handwerksmeister, die Reparaturverfahren und Kostenvoranschläge fachlich beurteilen können. In der Haftpflicht- und Vermögensschadenregulierung arbeiten Volljuristen, die über Haftung, Vergleiche und Prozessrisiken entscheiden. Wer aus einem dieser Berufe kommt, lernt das Versicherungsrecht in der Einarbeitung und in berufsbegleitenden Lehrgängen nach. Die Deutsche Versicherungsakademie bietet dafür den Lehrgang zum Geprüften Schadenregulierer Sachversicherung (DVA), der sich ausdrücklich an Außenregulierer und an Quereinsteiger wie Architekten und Bauingenieure richtet und in vier Modulen vom Versicherungsvertragsrecht über versicherte Gefahren und Entschädigungsberechnung bis zu Beweissicherung und Verhandlungstraining reicht. Den umfassenderen Spezialisten Schaden (DVA) mit rund 14 Monaten und 200 Unterrichtseinheiten können Fachwirte nach einem Jahr, Versicherungskaufleute nach drei Jahren und andere Bewerber nach fünf Jahren einschlägiger Erfahrung belegen, mit Wahlfach Sach, Haftpflicht oder Kraftfahrt.
Welche Soft Skills sollten Sie mitbringen?
Soft Skills sind die überfachlichen Fähigkeiten, die neben dem Versicherungsrecht darüber entscheiden, ob eine Regulierung fair, zügig und wirtschaftlich gelingt. Schadenregulierer treffen Menschen in einer Ausnahmesituation und müssen zugleich die Interessen des Versicherers wahren. Gefragt sind vor allem:
- Kommunikationsstärke und Empathie im Gespräch mit Geschädigten, die gerade ihr Auto, ihre Wohnung oder ihren Betrieb beschädigt sehen
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen gegenüber Anspruchstellern, Anwälten und Sachverständigen
- Entscheidungsfreude und Sorgfalt, denn jede Entschädigung wird im Rahmen einer Vollmacht eigenverantwortlich freigegeben
- Teamfähigkeit im Zusammenspiel mit Innendienst, Außenregulierern, Werkstätten und Partnernetzwerken
- Belastbarkeit bei hohem Fallaufkommen, etwa nach Sturm- und Hagelereignissen
- Offenheit für digitale Werkzeuge, vom Schadenportal bis zu KI-gestützten Prüfhilfen
Die vier wichtigsten im Detail:
Kommunikation und Empathie
Der Anruf nach dem Unfall, die Mail nach dem Rohrbruch: Wer einen Schaden meldet, ist verunsichert und erwartet schnelle, verständliche Antworten. Regulierer erklären Deckung, Ablauf und Pflichten in klaren Worten, auch wenn die Antwort eine Kürzung oder Ablehnung ist. Versicherer wie die HUK-COBURG suchen deshalb Menschen mit Freude daran, Kunden in einer Schadensituation zu helfen. Gute Kommunikation entscheidet über die Kundenzufriedenheit und damit darüber, ob der Vertrag nach dem Schaden bestehen bleibt.
Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen
Anspruchsteller fordern, Anwälte argumentieren, Sachverständige schätzen. Regulierer müssen Forderungen sachlich prüfen, überhöhte Positionen zurückweisen und Vergleiche aushandeln, die für beide Seiten tragfähig sind. Gerade in der Haftpflicht und bei Großschäden ist die abschließende Verhandlung ein eigener Arbeitsschritt, den Versicherer wie die Concordia und die R+V in ihren Ausschreibungen hervorheben. Wer dabei freundlich bleibt und trotzdem bei der Sache, bringt das richtige Temperament mit.
Entscheidungsfreude und Sorgfalt
Schadensachbearbeiter entscheiden im Rahmen ihrer Vollmacht selbst über Vorschüsse, Abrechnungen, Vergleiche und Ablehnungen. Das verlangt den Mut zur Entscheidung und zugleich Genauigkeit bei Fristen, Obliegenheiten und Belegen, denn eine übersehene Klausel oder ein nicht dokumentierter Hinweis kann teuer werden. Das Versicherungsvertragsgesetz macht die Leistungsfreiheit, also das Recht des Versicherers, bei verletzten Auskunftspflichten nicht zu zahlen, nach § 28 Absatz 4 sogar davon abhängig, dass der Versicherer den Kunden in Textform auf diese Folge hingewiesen hat.
Teamfähigkeit
Kaum ein Schaden wird allein reguliert. Der Innendienst steuert Außenregulierer und Sachverständige, Kfz-Teams arbeiten mit Partnerwerkstätten und Mietwagenanbietern, Großschadenregulierer stimmen sich mit Rückversicherern, Anwälten und der Fachabteilung ab. Wer Informationen weitergibt, Fälle sauber übergibt und sich mit Kollegen über schwierige Konstellationen austauscht, hält den Prozess schnell. Viele Schadenzentren arbeiten heute hybrid, mit mobilen Anteilen bis zur Hälfte oder mehr der Arbeitszeit, was die Abstimmung im Team zusätzlich fordert.
Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Schadenregulierer?
Die meisten Schadenregulierer arbeiten bei Schaden- und Unfallversicherern, und dort unterscheidet sich der Alltag nach Sparte und Organisation. Große Privatkundenversicherer wie die HUK-COBURG, die Allianz, HDI oder die LVM bündeln Kfz- und Sachschäden in Schadenservice-Centern mit hohen Fallzahlen, klaren Prozessen und viel Telefonkontakt. Öffentliche Versicherer wie die Provinzial und Versicherungsvereine wie DEVK, Concordia, BarmeniaGothaer oder SIGNAL IDUNA betreiben regionale Schadenzentren und einen eigenen Regulierungsaußendienst für Gebäude- und Großschäden. Spezial- und Industrieversicherer wie Zurich, MSIG oder die Transport- und Kunstversicherer regulieren komplexe Einzelschäden, häufig international und englischsprachig. Hinzu kommen junge Versicherer wie die Waldenburger der Würth-Gruppe mit kleinen Teams und kurzen Wegen.
Außerhalb der Versicherer entstehen Regulierungsstellen bei Schadendienstleistern wie der Innovation Group, die im Auftrag mehrerer Versicherer Kfz- und Sachschäden bearbeiten, bei Assistance-Gesellschaften wie Europ Assistance für Reise- und Krankenschäden sowie bei Rechtsschutzversicherern wie ROLAND oder ARAG, deren Leistungsprüfung eng mit dem Rechtsschutzfall verbunden ist. Versicherungsmakler wie Marsh oder Funk beschäftigen Claims-Berater, die auf Kundenseite den Schaden gegenüber dem Versicherer durchsetzen. Und auch die Personenversicherer kennen den Beruf, nur unter anderem Namen: In der Leistungsabteilung der Lebens-, Unfall- und Krankenversicherung prüfen Leistungssachbearbeiter Berufsunfähigkeit, Invalidität oder Krankenhausrechnungen nach denselben Grundsätzen, wie sie der Schadenregulierer für Sachwerte anwendet. Offene Stellen in diesem Feld bündeln wir im Bereich Schaden- und Unfallversicherung Jobs.
Aktuelle Stellen für Schadenregulierer
Offene Positionen vom Schadensachbearbeiter im Innendienst über den Außenregulierer bis zur Teamleitung im Schadenservice bündeln wir im Bereich Schadenregulierer Jobs:
Aktuelle Stellen für Schadenregulierer
Aktuell 175 Stellen in der Schadenregulierung auf versicherung-jobs.com, vom Kfz-Schadenservice bis zur Großschadenregulierung.
Wie hoch ist das Gehalt als Schadenregulierer?
Das Gehalt richtet sich bei tarifgebundenen Versicherern nach dem Gehaltstarifvertrag der privaten Versicherungswirtschaft mit seinen acht Gehaltsgruppen. Maßgeblich ist die ausgeübte Tätigkeit, nicht der Titel. Nach den Gehaltsgruppenmerkmalen in § 4 des Manteltarifvertrags (PDF-Seite 6) verlangt Gruppe III Fachkenntnisse aus einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einschlägiger Erfahrung, Gruppe IV vertiefte Fachkenntnisse durch zusätzliche Berufserfahrung nach der Ausbildung zum Versicherungskaufmann, Gruppe V gründliche oder vielseitige Fachkenntnisse aus mehrjähriger Erfahrung und Gruppe VI besonders gründliche Fachkenntnisse oder eine Tätigkeit mit besonderer Entscheidungsbefugnis. Die amtliche Berufsbeschreibung nennt als Orientierung eine tarifliche Grundvergütung von 3.373 € bis 3.822 €, das ist die Spanne der Gruppe III vom ersten bis zum siebten Berufsjahr. Versicherungskaufleute sind nach § 4 Ziffer 2a (PDF-Seite 7) mindestens dort einzustufen, erfahrene Regulierer mit eigener Vollmacht und Großschadenregulierer bewegen sich in den Gruppen V und VI:
| Berufsjahr | Gruppe III | Gruppe IV | Gruppe V | Gruppe VI |
|---|---|---|---|---|
| im 1. | 3.373 € | 3.447 € | – | – |
| im 4. und 5. | 3.639 € | 3.716 € | 3.924 € | – |
| im 6. und 7. | 3.822 € | 3.846 € | 4.058 € | 4.266 € |
| im 10. und 11. | – | 4.103 € | 4.397 € | 4.713 € |
| vom 14. an | – | – | 4.776 € | 5.172 € |
Monatsbezüge brutto, Auszug, gültig seit 01.09.2026. Quelle: Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, § 1, Fassung vom 4. Juli 2025 (AGV, ver.di, DBV), Stand Mai 2026.
Tarifspannen in der Schadenbearbeitung nach Gehaltsgruppe (seit 01.09.2026)
Gruppe III 3.373–3.822 €
Gruppe IV 3.447–4.230 €
Gruppe V 3.924–4.776 €
Gruppe VI 4.266–5.172 €
Angaben in € im Monat
Hinzu kommen im Tarif die 38-Stunden-Woche, 30 Tage Urlaub und eine Sonderzahlung von 80 % eines Monatsgehalts. Einzelne Häuser legen darüber noch etwas: Die HUK-COBURG nennt in ihren Schadenfallmanager-Anzeigen 13,3 Monatsgehälter und 31,5 Urlaubstage, die DEVK 13,5 Gehälter. Für Gehälter außerhalb des Tarifs, etwa bei Schadendienstleistern, Maklern oder in außertariflichen Spezialistenrollen, liefern Gehaltsportale einen Anhaltspunkt:
| Kennzahl | Jahresbrutto | Monatsbrutto |
|---|---|---|
| Unteres Quartil (25 %) | 56.609 € | 4.565 € |
| Median | 64.189 € | 5.177 € |
| Oberes Quartil (75 %) | 72.784 € | 5.870 € |
| Unter 3 Jahre Berufserfahrung | 51.770 € | 4.175 € |
| Über 9 Jahre Berufserfahrung | 66.128 € | 5.333 € |
| Unternehmen über 20.000 Mitarbeiter | 75.055 € | 6.053 € |
Bruttogehälter bei 40 Wochenstunden, Portal-Auswertung aus Stellenanzeigen und Nutzerangaben. Quelle: gehalt.de, Berufsprofil Schadenregulierer/-in, abgerufen am 19.10.2026.
Die amtliche Beschäftigungsstatistik ordnet den Beruf den Versicherungskaufleuten mit fachlich ausgerichteten Tätigkeiten zu. Vollzeitbeschäftigte dieser Gruppe verdienten im Datenjahr 2025 im Median 5.534 € brutto im Monat, Beschäftigte unter 25 Jahren 3.944 €, Beschäftigte ab 55 Jahren 6.050 €. Diese Werte liegen über den Tarifeinstiegsstufen, weil sie alle Berufsjahre und auch außertarifliche Gehälter einschließen. Die komplette Tariftabelle aller Gruppen samt Ausbildungsvergütung finden Sie im Ratgeber Versicherungskaufmann Gehalt.
Welche Perspektiven haben Schadenregulierer?
Die erste Entwicklungsrichtung ist die Spezialisierung nach Schadengröße und Sparte. Vom Sachbearbeiter für Standardschäden führt der Weg zum Regulierer für Individual- und Komplexschäden, zum Großschadenregulierer und zum Senior-Regulierer, der Fälle mit hoher wirtschaftlicher, technischer und juristischer Tragweite verantwortet, Expertisen erstellt und Kollegen fachlich berät. Die Stellenanzeigen zeichnen diese Stufen nach: Die R+V sucht Senior Schadenregulierer für Sach-Großschäden, die Concordia Großschadenregulierer mit Studium der Versicherungswirtschaft und mehrjähriger Erfahrung, die Provinzial Großschadenregulierer für ganze Regionen. Parallel dazu öffnet der Wechsel in die Außenregulierung ein eigenständiges Berufsfeld mit eigenem Einsatzgebiet, Dienstwagen und großer Selbständigkeit.
Die zweite Richtung ist die Führung. Schadenservice-Center sind in Gruppen und Teams organisiert, und Gruppenleiter, Teamleiter und Abteilungsleiter Schaden gehören zu den regelmäßig ausgeschriebenen Positionen, bei der HUK-COBURG etwa als Teamleitung der Rechtsschutz-Schadenregulierung, bei BarmeniaGothaer als Gruppenleitung Schaden Innendienst für Kfz, Haftpflicht oder Sach. Die dritte Richtung führt aus der Fallbearbeitung heraus in die Steuerung: in das Dienstleistermanagement, das Werkstattnetze und Sachverständige steuert, in das Betrugsmanagement, in die Prozess- und Produktentwicklung des Schadenbereichs oder in Projekte zur Automatisierung und zum Einsatz Künstlicher Intelligenz, die derzeit jeden großen Schadenbereich beschäftigen. Fachlich begleiten den Weg der Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen, die DVA-Lehrgänge zum Spezialisten Schaden und zum Geprüften Schadenregulierer sowie berufsbegleitende Studiengänge in Versicherungswirtschaft oder Recht.
Fazit
Schadenregulierer lösen das Versprechen ein, für das Kunden Beiträge zahlen: Sie prüfen Deckung und Haftung, ermitteln die Schadenhöhe und entscheiden über die Entschädigung, im Kfz-Service mit hohen Stückzahlen ebenso wie vor Ort beim Gebäudebrand. Der Beruf steht Versicherungskaufleuten ebenso offen wie Bauingenieuren, Handwerksmeistern und Juristen, beginnt tariflich in Gruppe III und führt über Großschaden und Außenregulierung bis in Gruppe VI und in Führungspositionen. Wer Menschen in schwierigen Situationen helfen und zugleich sachlich entscheiden kann, findet hier einen Beruf mit täglich greifbarem Ergebnis. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zum Beruf
Was ist der Unterschied zwischen Schadenregulierer und Schadensachbearbeiter?
Im Kern keiner, beide Bezeichnungen stehen für die Bearbeitung von Versicherungsfällen. In der Praxis bezeichnet Schadensachbearbeiter häufiger die Innendiensttätigkeit mit aktenbasierter und telefonischer Regulierung, während Schadenregulierer auch für Außenregulierer und für Mitarbeiter mit größerer Vollmacht verwendet wird. Die Bundesagentur für Arbeit führt beide unter dem Beruf Schadensregulierer.
Kann man als Quereinsteiger Schadenregulierer werden?
Ja, vor allem mit technischem oder juristischem Hintergrund. Für die Außenregulierung von Gebäudeschäden stellen Versicherer Architekten, Bauingenieure, Hochbautechniker und Handwerksmeister ein, für Haftpflichtschäden Volljuristen, für Kfz- und Sachschäden im Innendienst auch Rechtsanwaltsfachangestellte und andere kaufmännische Berufe. Das Versicherungsrecht wird in der Einarbeitung und in Lehrgängen wie dem Geprüften Schadenregulierer Sachversicherung (DVA) nachgeholt.
Wie schnell muss ein Versicherer einen Schaden regulieren?
Nach § 14 des Versicherungsvertragsgesetzes wird die Geldleistung fällig, sobald die Erhebungen zur Feststellung des Versicherungsfalls und des Leistungsumfangs abgeschlossen sind. Dauern sie länger als einen Monat nach der Schadenanzeige, kann der Kunde Abschlagszahlungen in Höhe des Betrags verlangen, den der Versicherer mindestens schuldet. In der Kfz-Haftpflicht kann der Geschädigte seinen Anspruch nach § 115 direkt gegen den Versicherer geltend machen.
Wie viel verdient ein Schadenregulierer?
Tariflich zwischen 3.373 € in Gehaltsgruppe III im ersten Berufsjahr und 5.172 € in Gruppe VI ab dem 14. Berufsjahr (Stand September 2026), dazu Sonderzahlung und 30 Tage Urlaub. gehalt.de nennt für den Beruf einen Median von 64.189 € im Jahr beziehungsweise 5.177 € im Monat, die amtliche Beschäftigungsstatistik für Versicherungskaufleute mit fachlich ausgerichteten Tätigkeiten 5.534 € (Datenjahr 2025).






