Quereinstieg Versicherung: Wege, Qualifizierung und Gehalt für Branchenfremde

Der Quereinstieg in die Versicherung führt in aller Regel über den Vertrieb: Versicherer stellen Bewerber ohne Branchenausbildung ein und qualifizieren sie berufsbegleitend zum Versicherungsfachmann mit IHK-Abschluss. Daneben stehen Innendienst, Kundenservice und die Umschulung zum Versicherungskaufmann offen. Dieser Artikel zeigt die vier Einstiegswege, den Ablauf der Sachkundeprüfung, Fördermöglichkeiten, das tarifliche Mindesteinkommen und eine Auswertung von 940 Stellenanzeigen, die Quereinsteiger ausdrücklich ansprechen, samt der Jobbezeichnungen, unter denen Versicherer sie suchen.

Veröffentlicht: 21.10.202615 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Quereinstieg in die Versicherung führt in aller Regel über den Vertrieb. Versicherer wie Debeka, ERGO, LVM und SIGNAL IDUNA stellen Bewerber ohne Branchenausbildung ein und qualifizieren sie berufsbegleitend zum Versicherungsfachmann mit IHK-Abschluss.
  • Vier Wege: angestellter Kundenberater im Außendienst, selbständiger Versicherungsvertreter mit eigener Agentur, Innendienst und Kundenservice sowie die Umschulung oder Externenprüfung zum Versicherungskaufmann.
  • Die Sachkundeprüfung der Industrie- und Handelskammer besteht aus einem schriftlichen Teil mit zwei Prüfungsteilen und einem Beratungsgespräch. Vorbereitungslehrgänge dauern drei bis vier Monate, bei angestellten Vermittlern trägt der Arbeitgeber nach Tarif die Kosten.
  • Gehalt: Der Tarif garantiert angestellten Vermittlern ein Mindesteinkommen von 2.400 € im Monat plus Provisionen, ab November 2026 von 2.508 €. Der Median für Versicherungsfachleute liegt laut gehalt.de bei 3.734 € brutto.
  • Förderung: Für Arbeitslose und Beschäftigte ohne verwertbaren Abschluss übernimmt die Agentur für Arbeit mit dem Bildungsgutschein die Kosten zugelassener Lehrgänge und Umschulungen.

Was bedeutet Quereinstieg in die Versicherungsbranche?

Quereinstieg bedeutet, in der Versicherungswirtschaft zu arbeiten, ohne die klassische Ausbildung zum Versicherungskaufmann oder ein einschlägiges Studium mitzubringen. Die Branche ist groß genug, um solche Seiteneinsteiger aufzunehmen: Zum Jahresende 2025 beschäftigten die Versicherer 215.600 Angestellte, davon 174.300 im Innendienst, 29.600 im angestellten Außendienst und 11.700 Auszubildende. Rechnet man das Vermittlergewerbe hinzu, arbeiteten 2024 rund 480.300 Menschen in der Versicherungswirtschaft, darunter 181.800 selbständige Vermittler und Berater. Diese Selbständigen und die Agenturen der Versicherer sind der Ort, an dem Quereinsteiger am häufigsten beginnen, denn dort gilt eine Besonderheit: Wer Versicherungen vermittelt, braucht keine Berufsausbildung, sondern einen Sachkundenachweis, und den kann man in wenigen Monaten erwerben.

Rechtlich regelt das § 34d der Gewerbeordnung. Wer gewerbsmäßig Versicherungsverträge vermittelt, braucht nach Absatz 1 eine Erlaubnis der Industrie- und Handelskammer, und diese Erlaubnis wird nach Absatz 5 nur erteilt, wenn der Bewerber eine Sachkundeprüfung bestanden hat oder eine gleichgestellte Qualifikation vorweist. Vermittler, die ausschließlich für einen Versicherer arbeiten und für die dieser die Haftung übernimmt, kommen nach Absatz 7 sogar ohne eigene Erlaubnis aus, müssen aber ebenfalls qualifiziert sein. Das Vermittlerregister der Kammern zählte zum 1. Oktober 2026 genau 97.896 solcher gebundenen Versicherungsvertreter, dazu 27.270 Vertreter mit eigener Erlaubnis und 47.329 Versicherungsmakler. Die Sachkunde ist damit die Eintrittskarte, die den Quereinstieg in den Versicherungsvertrieb von vielen anderen Branchen unterscheidet. Für den Innendienst der Versicherer gibt es keine solche Vorschrift, dort entscheidet allein der Arbeitgeber, welche Vorbildung er verlangt.

Welche Wege führen in die Versicherung?

In den Stellenanzeigen der Versicherer haben sich vier Einstiegsmodelle herausgebildet, die sich in Vertragsform, Vergütung und Qualifizierung deutlich unterscheiden. Welches passt, hängt davon ab, wie viel Sicherheit Sie brauchen und ob Sie beraten und verkaufen möchten oder lieber im Büro arbeiten:

Angestellter Kundenberater im Außendienst

Das sicherste Modell ist die Festanstellung bei einem Versicherer oder in einer seiner Geschäftsstellen. Die Debeka sucht unter dem Titel Quereinsteiger / Mitarbeiter Vertrieb Versicherungen und Finanzen Berater für ihre Geschäftsstellen, mit 14 Monatsgehältern, 38-Stunden-Woche und der Prüfung zum Versicherungsfachmann im ersten Jahr. Die R+V stellt Finanzberater für den Bankenvertrieb unbefristet an, mit Grundgehalt und einem ungedeckelten Vergütungsmodell, die DEVK bietet Festgehalt mit erfolgsabhängigen Boni und einen festen Kundenstamm ohne Kaltakquise. Für diese Angestellten gilt der Tarifvertrag mit einem Mindesteinkommen, auf das die Provisionen angerechnet werden. Wer Menschen berät, aber kein unternehmerisches Risiko tragen möchte, findet hier den passenden Einstieg.

Selbständiger Versicherungsvertreter mit eigener Agentur

Das zweite Modell ist die Selbständigkeit als Handelsvertreter nach § 84 und § 92 des Handelsgesetzbuchs. ERGO schreibt ihre Quereinsteiger-Stellen ausdrücklich als Aufbau einer eigenen Selbständigkeit aus, SIGNAL IDUNA überträgt einen bestehenden Kundenbestand, zahlt ein befristetes Garantieeinkommen und begleitet den Aufbau einer Unternehmeragentur, BarmeniaGothaer kombiniert eine garantierte Grundvergütung mit Abschluss- und Bestandsprovisionen. Die Vergütung besteht hier aus Provisionen, die nach dem Handelsgesetzbuch erst anfallen, wenn der Kunde den Beitrag, im Gesetz Prämie genannt, gezahlt hat. Dafür gestalten Vertreter Arbeitszeit und Arbeitsweise selbst und bauen einen eigenen Bestand auf, also einen Stamm betreuter Verträge, der beim späteren Verkauf oder bei der Übergabe einen Wert darstellt.

Innendienst, Agenturassistenz und Kundenservice

Nicht jeder Quereinsteiger will verkaufen. Die LVM stellt Innendienstmitarbeiter und Agenturassistenten mit abgeschlossener Berufsausbildung aus anderen Branchen an, auch in Teilzeit, und bildet sie in der Einarbeitung zur zertifizierten Agenturassistenz oder zum Versicherungsfachmann weiter. Die Württembergische sucht Vertriebs- und Büroassistenz für ihre Agenturen, ARAG Sachbearbeiter für das Customer Service Center, die im Schichtbetrieb Schutzbrief-Schadenfälle aufnehmen und steuern. Solche Stellen verlangen in aller Regel eine kaufmännische oder serviceorientierte Ausbildung und Erfahrung im Kundenkontakt, die Versicherungskenntnisse kommen im Betrieb. Gesetzliche Krankenkassen besetzen Kundenservice und Sachbearbeitung ebenfalls mit Berufsfremden, bilden Quereinsteiger aber häufiger über die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten aus.

Umschulung und Externenprüfung zum Versicherungskaufmann

Wer den vollwertigen Berufsabschluss anstrebt, kann ihn auch als Erwachsener nachholen. Die berufliche Umschulung soll nach § 1 Absatz 5 des Berufsbildungsgesetzes zu einer anderen beruflichen Tätigkeit befähigen und endet mit derselben Kammerprüfung wie die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Wer bereits lange in der Branche arbeitet, kann nach § 45 Absatz 2 ohne Ausbildungsvertrag zur Abschlussprüfung zugelassen werden, sobald er das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer im Beruf tätig war, bei drei Jahren Ausbildung also viereinhalb Jahre. Viele Versicherer öffnen außerdem ihre regulären Ausbildungsplätze für ältere Bewerber mit Berufserfahrung. Was Sie in dieser Ausbildung erwartet, beschreibt der Ratgeber Ausbildung Versicherungskaufmann.

Wie läuft die Qualifizierung zum Versicherungsfachmann ab?

Der Versicherungsfachmann, amtlich Geprüfter Fachmann für Versicherungsvermittlung IHK, ist der Sachkundenachweis für den Vertrieb und damit die zentrale Qualifikation für Quereinsteiger. Die Prüfung kann nach § 3 der Versicherungsvermittlungsverordnung bei jeder Industrie- und Handelskammer abgelegt werden, ihre Inhalte legt § 2 der Verordnung bundeseinheitlich fest: rechtliche Grundlagen der Vermittlung, gesetzliche Rentenversicherung und private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung, Unfall-, Kranken- und Pflegeversicherung, Hausrat- und Gebäudeversicherung, Haftpflicht-, Kraftfahrt- und Rechtsschutzversicherung sowie die Kundenberatung von der Bedarfsermittlung bis zur Produktdarstellung. Die Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen Teil, der bei der IHK München aus zwei Prüfungsteilen mit zusammen 160 Minuten besteht, und einem praktischen Teil von 20 Minuten, in dem der Prüfling anhand einer Fallvorgabe ein Beratungsgespräch mit einem gespielten Kunden führt. Die Kammern bieten mehrere bundesweit einheitliche Termine im Jahr an, die Gebühren legt jede Kammer selbst fest, die IHK Frankfurt verlangte im Oktober 2026 für die vollständige Prüfung 470 €.

Auf die Prüfung bereiten Lehrgänge vor, die wenige Monate dauern. Die Deutsche Versicherungsakademie bietet den Weg zum Versicherungsfachmann als Präsenzlehrgang über vier Monate, als Blended-Learning-Variante, also einer Mischung aus Online- und Präsenzunterricht, über drei bis vier Monate oder als reinen Onlinelehrgang über drei Monate an, jeweils mit zwei bis drei Stunden täglichem Selbststudium und Preisen zwischen rund 1.200 € und 1.650 € (Preisblatt abgerufen im Oktober 2026). Die regionalen Berufsbildungswerke der Versicherungswirtschaft unterrichten berufsbegleitend an Freitagen und Samstagen, ohne Zugangsvoraussetzungen. Wer als Angestellter in den Werbeaußendienst eines tarifgebundenen Versicherers einsteigt, so nennt der Tarif den angestellten Außendienst, der neue Kunden gewinnt, muss sich um die Kosten nicht kümmern: Nach § 17 des Manteltarifvertrags (PDF-Seite 25) ist der Arbeitgeber verpflichtet, neuen Außendienstmitarbeitern die Ausbildung zum Geprüften Versicherungsfachmann zu ermöglichen und sie zur Prüfung anzumelden, die Angestellten sind zur Teilnahme verpflichtet, und die Kosten von Ausbildung und Prüfung trägt der Arbeitgeber. Die Stellenanzeigen spiegeln das wider: Debeka legt die Prüfung ins erste Jahr, SIGNAL IDUNA plant zwölf bis achtzehn Monate ein, die Provinzial nennt für ihre Agenturen rund fünf Monate berufsbegleitend.

Nicht jeder Quereinsteiger muss die Prüfung ablegen. § 5 der Versicherungsvermittlungsverordnung stellt eine Reihe von Abschlüssen gleich, teils mit, teils ohne Berufserfahrung in der Vermittlung:

Vorhandener AbschlussZusätzlich nötig
Versicherungskaufmann, Kaufmann für Versicherungen und Finanzen beziehungsweise Finanzanlagen, Fachwirt für Versicherungen und Finanzennichts, die Abschlussprüfung ersetzt die Sachkundeprüfung
Betriebswirtschaftliches Studium der Fachrichtung Bank, Versicherung oder Finanzdienstleistungmindestens ein Jahr Berufserfahrung in der Versicherungsvermittlung oder -beratung
Bank- oder Sparkassenkaufmann, Investmentfondskaufmann, Fachberater für Finanzdienstleistungenmindestens zwei Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsvermittlung oder -beratung
Mathematisches, wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studiumin der Regel mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsvermittlung oder -beratung
Alle anderen Berufe und AbschlüsseSachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer

Quelle: Versicherungsvermittlungsverordnung, § 5 Absatz 1 und 2, Fassung vom 17.12.2018, zuletzt geändert 17.02.2025, Stand Oktober 2026.

Mit der Qualifikation beginnt zugleich eine Pflicht: Wer Versicherungen vermittelt oder daran unmittelbar mitwirkt, muss sich nach § 34d Absatz 9 der Gewerbeordnung jedes Kalenderjahr 15 Stunden weiterbilden. Die Versicherer organisieren das über die Brancheninitiative gut beraten, deren Weiterbildungspunkte der Manteltarifvertrag für Angestellte des Außendiensts mit bis zu 250 Punkten in fünf Jahren verbindlich macht.

Welche Umschulungen und Förderungen gibt es?

Wer arbeitslos ist oder keinen verwertbaren Berufsabschluss hat, kann den Einstieg in die Versicherung über die Agentur für Arbeit finanzieren lassen. Grundlage ist § 81 des Dritten Buchs Sozialgesetzbuch: Die Weiterbildungskosten werden übernommen, wenn die Weiterbildung notwendig ist, um eine Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, die Agentur vorher beraten hat und Maßnahme und Träger zugelassen sind. Absatz 2 fördert ausdrücklich den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses für Menschen ohne Abschluss oder mit einem Abschluss, den sie nach mehr als vier Jahren an- oder ungelernter Tätigkeit voraussichtlich nicht mehr verwerten können. Die Förderung wird nach Absatz 4 mit dem Bildungsgutschein bescheinigt, den der Teilnehmer bei einem zugelassenen Träger einlöst. Für kürzere Maßnahmen zur Eingliederung, etwa Bewerbungs- oder Kenntnisvermittlung, steht daneben der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach § 45 zur Verfügung.

In der Praxis gibt es zwei geförderte Wege. Der erste ist der Vorbereitungslehrgang auf die Sachkundeprüfung: Die Berufsbildungswerke und die Versicherungsakademie weisen auf ihren Lehrgangsblättern selbst darauf hin, dass eine Förderung durch die Agentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. Der zweite ist die Umschulung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, die bei Bildungsträgern oder direkt im Betrieb stattfindet, gegenüber der dreijährigen Erstausbildung in aller Regel verkürzt ist und mit der regulären Abschlussprüfung der Kammer endet. Welche Variante die Agentur fördert, entscheidet die Beratung im Einzelfall, denn die Förderung setzt voraus, dass der angestrebte Beruf die Beschäftigungschancen verbessert und der Teilnehmer dafür geeignet ist. Für den Weg in die gesetzliche Krankenversicherung ist der entsprechende Abschluss der Sozialversicherungsfachangestellte, dessen Ausbildung und Vergütung wir im Ratgeber Sozialversicherungsfachangestellte Ausbildung beschreiben.

Was zeigen die Stellenanzeigen für Quereinsteiger?

Auf versicherung-jobs.com haben wir zum Stichtag 20. Oktober 2026 alle 11.811 aktiven Stellenanzeigen ausgewertet. 940 davon trugen den Quereinstieg bereits im Titel, also etwa jede zwölfte Stelle der Branche. Weitere 1.306 Anzeigen nannten Quereinsteiger im Text, ohne sie in den Titel zu heben. Die Verteilung war eindeutig: Fast alle Quereinsteiger-Titel gehörten zum Vertrieb, nur 59 beschrieben Innendienst-, Assistenz- oder Servicestellen. Und die Nachfrage konzentrierte sich auf wenige Häuser: ERGO mit 238, Debeka mit 231, LVM mit 146 und SIGNAL IDUNA mit 116 Anzeigen stellten zusammen gut drei Viertel aller Quereinsteiger-Stellen. Dahinter folgten R+V, DEVK, Württembergische, BarmeniaGothaer und VPV, und alle zusammen verteilten ihre Anzeigen auf 678 verschiedene Dienstorte von Flensburg bis Kempten. Wer den Quereinstieg sucht, sollte deshalb nicht nach der Branche insgesamt suchen, sondern nach den Vertriebsorganisationen dieser Gesellschaften in seiner Region.

Hinter dem Wort Quereinsteiger stehen dabei nur wenige Jobbezeichnungen, fast jede davon das bundesweit gleichlautende Standardinserat eines einzigen Hauses, das lediglich um den Ort ergänzt wird. Wer diese Bezeichnungen kennt, findet die Stellen auch in anderen Jobbörsen, in denen die Suche nach Versicherungskaufmann oder Kundenberater sie nicht anzeigt:

Jobbezeichnung in der AnzeigeArbeitgeberEinsatzfeldAnzeigen
Quereinsteiger im Vertrieb beziehungsweise im VersicherungsvertriebERGOselbständige Agentur als Handelsvertreter239
Quereinsteiger / Mitarbeiter Vertrieb Versicherungen und FinanzenDebekaangestellter Außendienst der Geschäftsstellen230
Quereinstieg in die Versicherungsbranche, in den Vertrieb oder in den Vertrieb von VersicherungslösungenSIGNAL IDUNAAgenturvertrieb mit Garantieeinkommen, Aufbau einer eigenen Agentur115
Vertriebsmitarbeiter / Kundenberater, auch QuereinsteigerLVMAußen- und Innendienst der Agenturen, teils Teilzeit99
Kundenberater im Vertrieb einer Versicherungsagentur beziehungsweise für die Versicherungsbranche, auch als QuereinstiegWürttembergische, DEVKangestellt in Agentur oder Geschäftsstelle, Festgehalt plus Provision57
Innendienstmitarbeiter / Agenturassistent, auch QuereinsteigerLVMAgentur-Innendienst, meist auch in Teilzeit52
Kundenberater oder Finanzberater Versicherungen im Bankenvertrieb, Quereinstieg möglichR+Vangestellt, Beratung in Bankfilialen49
Quereinsteiger Versicherung / Finanzen in der Region …BarmeniaGothaerAgenturvertrieb mit Grundvergütung und Provision38
Quereinsteiger in der VersicherungsbrancheDEVKangestellter Außendienst, Festgehalt mit Boni28
Übrige Bezeichnungen (Agenturpartner, Sachbearbeiter, Kundenservice, Versicherungskaufmann und andere)VPV, ARAG, Provinzial und andereAgentur, Innendienst und Kundenservice33

Quelle: versicherung-jobs.com, Auswertung der 940 aktiven Stellenanzeigen mit Quereinstieg im Titel, gezählt nach Jobbezeichnung ohne Ortszusatz und Genderklammer, Stichtag 20.10.2026. Einzelne Bezeichnungen nutzen vereinzelt auch andere Häuser.

Jobbezeichnungen mit Quereinstieg im Titel, Stichtag 20.10.2026

Quereinsteiger im Vertrieb / im Versicherungsvertrieb ERGO

239

Quereinsteiger / Mitarbeiter Vertrieb Versicherungen und Finanzen Debeka

230

Quereinstieg in die Versicherungsbranche / in den Vertrieb SIGNAL IDUNA

115

Vertriebsmitarbeiter / Kundenberater, auch Quereinsteiger LVM

99

Kundenberater Versicherung, auch als Quereinstieg Württembergische, DEVK

57

Innendienstmitarbeiter / Agenturassistent, auch Quereinsteiger LVM

52

Kundenberater / Finanzberater im Bankenvertrieb R+V

49

Quereinsteiger Versicherung / Finanzen in der Region BarmeniaGothaer

38

Quereinsteiger in der Versicherungsbranche DEVK

28

Übrige Bezeichnungen VPV, ARAG, Provinzial u. a.

33

Anzahl aktiver Stellenanzeigen je Jobbezeichnung, 940 insgesamt. Quelle: versicherung-jobs.com, Stichtag 20.10.2026.

Die Anzeigentexte verraten, wie der Einstieg organisiert ist. In 742 der 940 Anzeigen, also in vier von fünf, war die Qualifizierung zum Versicherungsfachmann mit IHK-Abschluss Teil des Angebots, bei Debeka, Württembergische und BarmeniaGothaer ausdrücklich auf Kosten des Arbeitgebers. 423 Anzeigen beschrieben eine strukturierte Einarbeitung, etwa das Training on the job der Debeka oder die Zusammenarbeit mit einem Vertriebsprofi bei SIGNAL IDUNA. Vertriebserfahrung war in knapp der Hälfte der Anzeigen erwünscht, aber fast nie Bedingung, 208 Anzeigen betonten sogar, dass keinerlei Vorkenntnisse nötig seien. Als Grundvoraussetzung nannten mehr als vier von fünf Anzeigen eine abgeschlossene Berufsausbildung gleich welcher Richtung, 267 einen Führerschein. Bei der Vergütung trennen sich die Modelle: 331 Anzeigen stellten ein Festgehalt, Fixum oder Grundgehalt in Aussicht, 315 Provisionen, 284 beschrieben die Selbständigkeit als Handelsvertreter, nahezu alle davon von ERGO und SIGNAL IDUNA. 872 der 940 Stellen waren reine Vollzeitstellen, Teilzeitangebote kamen fast ausschließlich von der LVM für Agenturinnendienste.

ModellBeispieleVertragVergütung
Angestellter AußendienstDebeka, R+V, DEVK, Provinzialunbefristet, TarifFestgehalt plus Provision
Selbständige AgenturERGO, SIGNAL IDUNA, BarmeniaGothaerHandelsvertreterProvision, teils Garantie
Agentur-InnendienstLVM, Württembergischeangestellt, auch TeilzeitGehalt
Kundenservice DirektionARAG, AXAangestellt, teils befristetGehalt, Zuschläge

Quelle: versicherung-jobs.com, Auswertung der Stellenanzeigen mit Quereinstieg im Titel, Stichtag 20.10.2026.

Auffällig ist, wie wenig sich die gesetzlichen Krankenkassen an dieser Nachfrage beteiligen: Keine einzige Kassenanzeige trug den Quereinstieg im Titel, und die 42 Anzeigen mit Quereinsteiger-Hinweis im Text kamen fast ausschließlich von der SBK, die ihre Ausbildungsplätze zum Sozialversicherungsfachangestellten auch für Berufserfahrene öffnet. Wer in eine Krankenkasse möchte, geht in aller Regel über diese Ausbildung oder über Service- und Sachbearbeiterstellen, wie sie etwa die KKH ausschreibt. Die Stellen der Kassen bündeln wir im Bereich Krankenkasse Jobs.

Aktuelle Stellen für Quereinsteiger

Alle Stellen, die den Quereinstieg ausdrücklich anbieten, bündeln wir im Bereich Quereinsteiger Versicherung Jobs, die Positionen für bereits qualifizierte Versicherungsfachleute im Bereich Versicherungsfachmann Jobs:

Aktuelle Stellen für Quereinsteiger

Aktuell 940 Stellenangebote mit Quereinstieg auf versicherung-jobs.com, vom Agenturinnendienst bis zum Außendienst.

Wie hoch ist das Gehalt im Quereinstieg?

Für angestellte Vermittler legt der Gehaltstarifvertrag der privaten Versicherungswirtschaft ein Mindesteinkommen fest, das unabhängig vom Verkaufserfolg gezahlt wird. Nach § 3 des Gehaltstarifvertrags (PDF-Seite 3) beträgt es seit November 2025 monatlich 2.400 €, ab dem 1. November 2026 2.508 € und ab dem 1. November 2027 2.583 €. Verdiente Provisionen werden nach § 19 des Manteltarifvertrags (PDF-Seite 26) auf dieses Mindesteinkommen angerechnet, das heißt: Wer mehr Provision verdient, erhält mehr, wer weniger verdient, bekommt in jedem Fall das Mindesteinkommen. Für Berufsanfänger in der IHK-Ausbildung erfolgt die erste Abrechnung nach drei Monaten, und ein dabei entstehendes Minus, im Tarif Schuldsaldo genannt, wird gestrichen, soweit sonst das Mindesteinkommen unterschritten würde. Im Innendienst richtet sich das Gehalt nach der Tätigkeit: Für Neueinstellungen in Tätigkeiten mit kurzer Einweisung oder planmäßiger Einarbeitung gelten die Gehaltsgruppen A und B, wer Fachkenntnisse aus Ausbildung oder einschlägiger Erfahrung mitbringt, beginnt in Gruppe III:

EinstiegsmodellTarifliche RegelungStand Oktober 2026Nächste Stufe
Angestellter AußendienstMindesteinkommen, Provisionen anrechenbar2.400 €2.508 € ab 01.11.2026
Organisierender Außendienst nach zwei Jahren (betreut selbst Vermittler)Mindesteinkommen für Mitarbeiterbetreuer2.865 €2.994 € ab 01.11.2026
Innendienst, kurze EinweisungGehaltsgruppe A für Neueinstellungen2.452 €–
Innendienst, planmäßige EinarbeitungGehaltsgruppe B für Neueinstellungen, 1. bis 3. Berufsjahr2.542 €–
Innendienst mit FachkenntnissenGehaltsgruppe III, 1. Berufsjahr3.373 €–

Monatsbezüge brutto; Innendienst-Werte gültig seit 01.09.2026, der Gehaltstarifvertrag ist erstmals zum 31.05.2027 kündbar. Quelle: Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, §§ 1, 1a, 3 und 5, Fassung vom 4. Juli 2025 (AGV, ver.di, DBV), Stand Mai 2026; Gehaltsgruppenmerkmale nach § 4 Manteltarifvertrag.

Was Versicherungsfachleute nach der Qualifizierung verdienen, hängt von Provisionen, Bestand und Arbeitgeber ab. gehalt.de weist für den Beruf einen Median von 46.296 € im Jahr beziehungsweise 3.734 € im Monat aus, das untere Viertel verdiente weniger als 3.182 €, das obere mehr als 4.381 €. Berufsanfänger mit weniger als drei Jahren Erfahrung lagen bei 2.917 € im Monat, Fachleute mit mehr als neun Jahren bei 3.886 €, und in Unternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern stieg der Wert auf 5.004 € (abgerufen am 19.10.2026). Selbständige Vertreter tauchen in solchen Statistiken nicht auf, ihr Einkommen besteht aus Abschluss- und Bestandsprovisionen, die nach § 92 Absatz 4 des Handelsgesetzbuchs fällig werden, sobald der Kunde die Prämie gezahlt hat. Wie die Vergütung bei Maklern funktioniert, erklärt der Ratgeber Versicherungsmakler Gehalt.

Verdienst von Versicherungsfachleuten laut gehalt.de (Monatsbrutto)

Quartile gesamt 3.182–4.381 €

Berufserfahrung (unter 3 bis über 9 Jahre) 2.917–3.886 €

Betriebsgröße (unter 100 bis über 20.000 Mitarbeiter) 3.597–5.004 €

2.5003.5004.5005.500

Angaben in € im Monat

Welche Perspektiven haben Quereinsteiger?

Der Quereinstieg ist kein Abstellgleis. Im Vertrieb führt der Weg vom Kundenberater über den Spezialisten für Firmenkunden, Vorsorge oder Krankenversicherung bis zur eigenen Agentur, die viele Versicherer bevorzugt an bewährte Mitarbeiter übergeben, bei SIGNAL IDUNA und LVM ausdrücklich mit bestehendem Kundenbestand. Der organisierende Außendienst, der neue Vermittler anwirbt und betreut, ist tariflich mit einem höheren Mindesteinkommen ausgestattet. Wer merkt, dass der Außendienst nicht passt, hat nach § 17a des Manteltarifvertrags (PDF-Seite 25) sogar ein Rückkehrrecht in den Innendienst, allerdings nur, wenn er vorher mindestens zwei Jahre dort gearbeitet hat.

Fachlich öffnet die Externenprüfung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen nach viereinhalb Jahren Berufspraxis den vollwertigen Berufsabschluss, und mit ihm den Zugang zur Aufstiegsfortbildung zum Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen, die Fach- und Führungsfunktionen vorbereitet. Im Innendienst wachsen Quereinsteiger in die Sachbearbeitung von Vertrag und Schaden hinein, wo die Versicherer mit eigenen Lehrgängen nachqualifizieren. Und wer eine technische oder juristische Vorbildung mitbringt, findet mit dem Schadenregulierer sogar einen Fachberuf, der Bauingenieure, Handwerksmeister und Juristen direkt einstellt. Die Branche hat dafür gute Gründe: Die Zahl der Angestellten bei den Versicherern ist seit 2019 in jedem Jahr gewachsen, von 202.000 auf 215.600 zum Jahresende 2025.

Fazit

Der Quereinstieg in die Versicherung ist ein etablierter Weg mit klaren Regeln: Für den Vertrieb genügt die Sachkundeprüfung der Industrie- und Handelskammer, die Versicherer bezahlen und organisieren, der Tarif sichert angestellten Vermittlern ein Mindesteinkommen, und für Arbeitslose finanziert die Agentur für Arbeit Lehrgang oder Umschulung. Die Auswahl ist groß, aber konzentriert: Wenige Vertriebsorganisationen stellen die meisten Quereinsteiger ein, und wer kein Verkäufer sein will, sollte gezielt nach Agenturinnendienst, Kundenservice oder der Umschulung zum Versicherungskaufmann suchen. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zum Quereinstieg

Kann ich ohne Ausbildung in der Versicherung arbeiten?

Im Vertrieb ja, denn dort ersetzt die Sachkundeprüfung zum Geprüften Fachmann für Versicherungsvermittlung IHK die Berufsausbildung. Die meisten Versicherer verlangen allerdings eine abgeschlossene Ausbildung in irgendeinem Beruf oder mehrjährige kaufmännische Berufserfahrung. Für den Innendienst gibt es keine gesetzliche Vorgabe, die Arbeitgeber erwarten in aller Regel eine kaufmännische oder serviceorientierte Ausbildung.

Wie lange dauert die Qualifizierung zum Versicherungsfachmann?

Die Vorbereitungslehrgänge der Versicherungsakademie dauern drei bis vier Monate, die Versicherer selbst planen für die berufsbegleitende Ausbildung zwischen rund fünf Monaten und eineinhalb Jahren ein. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil mit zwei Prüfungsteilen und einem praktischen Beratungsgespräch und kann nach § 3 der Versicherungsvermittlungsverordnung bei jeder Industrie- und Handelskammer abgelegt werden.

Zahlt die Agentur für Arbeit die Umschulung zum Versicherungskaufmann?

Unter den Voraussetzungen des § 81 SGB III ja: Die Weiterbildung muss notwendig sein, um eine Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, die Agentur muss vorher beraten haben, und Maßnahme und Träger müssen zugelassen sein. Der nachträgliche Erwerb eines Berufsabschlusses wird nach Absatz 2 gefördert, wenn kein verwertbarer Abschluss vorliegt. Die Förderung wird als Bildungsgutschein erteilt und gilt auch für Vorbereitungslehrgänge auf die Sachkundeprüfung, wenn der Träger zugelassen ist.

Was verdient man als Quereinsteiger in der Versicherung?

Angestellte Vermittler erhalten nach Tarif mindestens 2.400 € im Monat plus Provisionen, ab November 2026 mindestens 2.508 €. Im Innendienst beginnen Neueinsteiger ohne Fachkenntnisse in den Gehaltsgruppen A und B mit 2.452 € beziehungsweise 2.542 €, mit einschlägiger Erfahrung in Gruppe III mit 3.373 € (Stand September 2026). Der Median für Versicherungsfachleute liegt laut gehalt.de bei 3.734 € brutto im Monat, Berufsanfänger mit weniger als drei Jahren Erfahrung bei 2.917 €.